Soforthilfen Corona Bund und Land: Unser Leitfaden für Sie

Stand: 27.05.2020; 12:30 Uhr
Hinweis: Antragsmöglichkeit endet am 31. Mai 2020.
WARNUNG: Das Landeskriminalamt warnt vor gefälschten Seiten, Formularen oder auch betrügerischen Anrufen. Bitte nutzen Sie nur den offiziellen Antrag und laden Sie diesen nur auf der Seite bw-soforthilfe.de hoch.

Wer kann Anträge stellen?

Seit 9. April 2020 gibt es 2 unterschiedliche Soforthilfen – die des Bundes und die des Landes Baden-Württemberg. Wer welchen Antrag auf Soforthilfe stellen kann, entscheidet sich nach der Anzahl der Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente, siehe auch Hinweis zur korrekten Berechnung der Beschäftigtenzahl):
  • Soforthilfe Corona (Bund): Antragsteller mit bis zu 10 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente)
  • Soforthilfe Corona (Land Baden-Württemberg): Antragsteller mit mehr als 10 bis maximal 50 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente)
Bitte beachten: Gültig sind nur die jeweils aktuellsten Fassungen der Antragsformulare. Die Antragsstellung endet am 31. Mai 2020.
Die Soforthilfeprogramme sind für Soloselbständige, Angehörige der Freien Berufe und Unternehmen (einschließlich Unternehmen mit land- und forstwirtschaftlicher Urproduktion sowie Fischerei) bis maximal 50 Beschäftigte (Vollzeitäquivalente).
Antragsteller müssen wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen oder im Haupterwerb als Freiberufler oder Soloselbstständige tätig sein, ihren Hauptsitz in Baden-Württemberg haben und bei einem deutschen Finanzamt angemeldet sein. Antragsberechtigt sind nur Unternehmen, die nicht bereits am 31. Dezember 2019 in Schwierigkeiten waren. Der Zuschuss erfolgt ohne Rechtsanspruch im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel unter Beachtung der allgemeinen Rahmenbedingungen.
Die Soforthilfeprogramme werden als Billigkeitsleistung zur Überwindung einer existenzgefährdenden Wirtschaftslage gewährt, die durch die Corona-Krise vom Frühjahr 2020 entstanden ist. Eine existenzgefährdende Wirtschaftslage wird angenommen, wenn die fortlaufenden Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb des Antragstellers voraussichtlich nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten in den auf die Antragstellung folgenden 3 Monaten aus dem erwerbsmäßigen Sach- und Finanzaufwand (zum Beispiel gewerbliche Mieten, Pacht, Leasingaufwendungen) zu zahlen (Liquiditätsengpass).
Die konkrete Einmalzahlung orientiert sich an einem glaubhaft versicherten Liquiditätsengpass für 3 (beziehungsweise 5) aufeinander folgende Monate. (Nur für den Fall, das dem Antragsteller im Antragszeitpunkt ein Miet- beziehungsweise Pachtnachlass von mindestens 20 Prozent gewährt wurde, kann er den fortlaufenden betrieblichen Sach- und Finanzaufwand nicht nur für 3 sondern für 5 Monate ansetzen.)
Anträge dürfen nur gestellt werden, soweit für das Unternehmen oder die Selbstständigkeit oder für eine möglicherweise in einem anderen Bundesland oder in Baden-Württemberg bestehende Betriebsstätte noch keine vergleichbare Hilfe des Landes Baden-Württemberg, eines anderen Bundeslandes oder des Bundes in der für die Unternehmensgröße vorgesehenen maximalen Zuschusshöhe in Anspruch genommen wurde. Die Anträge sind in diesem Zusammenhang von dem Hauptsitz des Unternehmens zu stellen.
Das bis Ende Mai laufende Soforthilfeprogramm des Landes soll über das Ende dieses Monats hinaus fortgesetzt werden – und zwar branchenübergreifend für alle Unternehmen, die weiterhin stark betroffen sind. Dabei wird eine Erweiterung des Programms um eine Stufe für Unternehmen mit mehr als 50 und maximal 100 Beschäftigten vorgesehen welche bis zu 50.000 Euro, abhängig vom tatsächlichen Liquiditätsbedarf, als Zuschuss erhalten können.

Sind Sie nicht für die Soforthilfe antragsberechtigt?

In unseren Informationen rund um das Coronavirus finden Sie weitere Unterstützungsinstrumente und Handlungsoptionen von der Kurzarbeit bis zu Darlehensprogrammen.

Soforthilfe in drei Schritten

1. Antragsformulare herunterladen und ausfüllen

Beide Antragsformulare (Corona-Soforthilfe Bund und Soforthilfe Land Baden-Württemberg) können auf der Webseite des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg heruntergeladen werden. Bitte beachten Sie hierzu auch die Hinweise auf den Formularen und in der Ausfüllhilfe beziehungsweise der FAQ (Frequently Asked Questions)-Übersicht (bitte bis zum Ende der Webseite scrollen). 
Wichtig: Bitte prüfen Sie Ihren Antrag sorgfältig auf folgende Punkte, damit eine schnelle und reibungslose Bearbeitung erfolgen kann:
  • Füllen Sie nur einen Antrag aus.
  • Füllen Sie den Antrag am PC aus, nicht handschriftlich.
  • Prüfen Sie Ihre angegebene IBAN-Nummer auf Vollständigkeit und Richtigkeit.
  • Prüfen Sie Ihre angegebene E-Mail-Adresse. (Bekommen Sie nach dem Hochladen keine Bestätigungsmail über den Eingang könnte Ihre E-Mail-Adresse falsch sein.)
  • Haben Sie alle Antragsfelder bearbeitet und ausgefüllt?
  • Haben Sie etwaige Unternehmensbeteiligungen und die daraus resultierende Anzahl von Beschäftigten nach den Richtlinien im Antragsformular ermittelt? (Hier kann Ihnen gegebenenfalls auch Ihr Steuerberater weiterhelfen.)
  • Haben Sie Ihren Liquiditätsengpass plausibel erläutert? (Auch hier hilft gegebenenfalls Ihr Steuerberater.)
Bitte beachten: Nur vollständig ausgefüllte Anträge werden bearbeitet. Prüfen Sie, ob alle Felder ausgefüllt und alle Kreuze gesetzt sind. Unvollständige Anträge müssen von Ihnen komplett neu gestellt werden. Damit ist eine deutlich verlängerte Bearbeitungszeit verbunden. Nachbesserungen und Nachreichungen sind nicht möglich.
Nach dieser Prüfung, bitte:
  • den Antrag ausdrucken,
  • den Antrag unterschreiben und
  • den Antrag als pdf-Datei einscannen.
Info: Das Ausdrucken, Unterschreiben und Einscannen ist aufgrund rechtlicher Vorgaben erforderlich. Falls Sie über keinen Drucker oder Scanner verfügen, bitten Sie eine vertraute Person um Unterstützung. Für das Scannen mittels SmartphoneKamera stehen in den App-Stores verschiedene Apps zur Verfügung, mit denen ein pdf erzeugt werden kann.

2. Bearbeitung durch die IHK in Ihrer Region

Hotline “Soforthilfe”
Die IHK Bodensee-Oberschwaben steht Ihnen mit einem Beraterteam speziell für Ihre Fragen zu den Soforthilfen zur Verfügung. Die Hotline ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr erreichbar, Telefon: 0751 409-250.
Gehen Sie auf die Webseite der baden-württembergischen IHK-Organisation. Wählen Sie nun zunächst die für Sie zuständige IHK aus. Für die 3 Landkreise Bodenseekreis, Ravensburg und Sigmaringen ist dies die IHK Bodensee-Oberschwaben. Bitte halten Sie hierzu Ihre Identifikationsnummer der IHK (Ident.-Nummer/Mitgliedsnummer) bereit (gilt nicht für Angehörige der Freien Berufe sowie Unternehmen mit land- und forstwirtschaftlicher Urproduktion sowie Fischerei). Sie finden diese beispielsweise auf dem letzten Beitragsbescheid Ihrer IHK. Nun können Sie Ihren ausgefüllten, unterschriebenen und anschließend eingescannten Antrag (Soforthilfe des Bundes oder Soforthilfe des Landes Baden-Württemberg) als pdf-Datei hochladen. Von dort wird der Antrag an die zuständige IHK weitergeleitet. Wichtiger Hinweis: Dies ist der einzige Weg den Antrag zu stellen. Anträge, die auf sonstigen Wegen (per E-Mail, Fax, postalisch) eingereicht werden, können nicht bearbeitet werden.
  • Nach dem Hochladen des pdf-Dokuments wird Ihnen eine Vorgangsnummer angezeigt. Bitte notieren Sie sich diese Nummer für eventuelle Rückfragen.
  • Sobald Ihr Antrag in Bearbeitung ist, bekommen Sie eine Statusmail („in Bearbeitung“). Haben Sie nach 7 Tagen noch keine E-Mail (!) erhalten, dann halten Sie bitte die Vorgangsnummer bereit und wenden sich an unsere Hotline “Soforthilfe” (erreichbar Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr). Bitte beachten Sie, dass der Auszahlungszeitraum deutlich länger dauern kann.
  • Ist Ihr Antrag nicht vollständig (Angaben fehlen, Pflichtfelder sind nicht ausgefüllt, Unterschrift fehlt etc.) erhalten Sie automatisch eine E-Mail mit einem entsprechenden Hinweis und der Aufforderung, einen neuen Antrag einzureichen. Diesen erneuten Antrag müssen Sie wieder auf der Plattform (gegebenenfalls zusammen mit dem Ablehungsbescheid von der L-Bank (siehe 4.) hochladen. Sie erhalten dann auch eine neue Vorgangsnummer, die Sie sich dann bitte notieren sollten. Eine „Korrektur“ des ursprünglichen Antrags ist nicht möglich.
  • Bitte beachten Sie, dass Sie auf die automatisierten E-Mails (no-reply) der IHK nicht antworten können. Diese E-Mails laufen ins Leere und darin enthaltene Ergänzungen oder Korrekturen werden nicht weiterverarbeitet.
  • Nach Beendigung der Bearbeitung durch die IHK wird Ihr Antrag zur weiteren Bearbeitung an die L-Bank gesendet. Bei diesem Vorgang erhalten Sie eine weitere Statusmail („an L-Bank weitergeleitet“) von uns. Bitte beachten Sie, dass die automatisierten Mails keine Aussage über eine Bewilligung durch die L-Bank enthalten.  
Damit betroffene Unternehmen so schnell wie möglich Unterstützung erhalten, arbeiten wir mit Hochdruck an der Bearbeitung der Anträge. Für Fragen zur Antragstellung haben wir die Hotline “Soforthilfe” (erreichbar Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr) eingerichtet. Eine detaillierte Einzelbegleitung bei der Antragstellung ist aber nicht möglich, da die Anträge innerhalb kürzerster Zeit bearbeitet werden müssen. Nur so können wir eine schnelle Hilfe für viele Unternehmen sicherstellen.  
Sehr viele Gemeinden und Wirtschaftsförderungen stehen Ihnen aber für technische oder sprachliche Hilfestellungen ebenfalls zur Verfügung. Eine Liste mit den Kontaktdaten finden Sie rechts unter “Weitere Informationen”.

3. Abschließende Überprüfung durch die L-Bank und Bescheid

Vorsicht: Phishing-Versuche im Namen der L-Bank. Aktuell befinden sich gefälschte E-Mails im Umlauf, die sich auf die Corona-Soforthilfe-Auszahlung der L-Bank beziehen. In diesen E-Mails werden Sie aufgefordert, Formulare auszufüllen oder Daten preiszugeben. Die L-Bank wird Sie nicht auf diesem Wege dazu auffordern, Daten preiszugeben. Antworten Sie nicht auf diese E-Mails und öffnen Sie keine Anhänge.
Nach der finalen Überprüfung und Bewilligung durch die L-Bank (FAQ-Übersicht), erfolgt bei einem positiven Bescheid die Auszahlung der Finanzhilfe auf das von Ihnen angegebene Konto. Wird Ihr Antrag nicht bewilligt, erhalten Sie einen entsprechenden Ablehnungsbescheid mit Begründung.
Bitte beachten Sie, dass die IHK den Zuschuss nicht ausbezahlt, die Entscheidung hierüber liegt ausschließlich bei der L-Bank. Bei Fragen zum Bescheid wenden Sie sich an die im Bescheid angegebenen Kontaktmöglichkeiten.
Bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine Aussage über die Dauer bis zur Auszahlung durch die L-Bank treffen können. Bitte haben Sie nach Ihrer Antragstellung und der Übermittlung Ihres Antrags durch uns an die L-Bank etwas Geduld.

4. Neuer Antrag nach Ablehnungsbescheid

Für den Fall, dass Sie aufgrund
  • fehlender Angaben,
  • nicht plausibel dargestelltem Liquiditätsengapss oder
  • einer nicht korrekten IBAN
einen Ablehnungsbescheid der L-Bank erhalten haben und zur Neueinreichung aufgefordert wurden, dann bitte diesen Ablehnungsbescheid als Ergänzung zu Ihrem neuen Antrag mit auf die Plattform hochladen. Sollten Sie Rückfragen bezüglich der Ablehnungsgründe haben, bitten wir Sie vor der Neueinreichung Kontakt mit unserer Hotline “Soforthilfe” aufzunehmen.

5. Überprüfung der Zuschusshöhe nach Erhalt

Sollte sich der im Antrag angegebene Liquiditätsengpass nach Erhalt des Bewilligungsbescheides und Auszahlung des Zuschusses zum Beispiel durch nicht absehbare Zahlungseingänge verringern, müssen Antragsteller diese Änderung der L-Bank mitteilen, auch bei minimalen Beträgen. Auf dem Bewilligungsbescheid sind hierzu Kontaktmöglichkeiten zur L-Bank genannt. Die L-Bank verfügt über einen Ermessensspielraum, inwieweit Änderungen zu einer (teilweisen) Rückzahlung des Zuschusses führen. Dasselbe gilt sinngemäß auch für andere Änderungen, die sich auf die Förderhöhe oder auf die Antragsberechtigung auswirken könnten (zum Beispiel falsche Berechnung der Vollzeitäquivalente, Freiberufler oder Soloselbstständiger ist nicht im Haupterwerb tätig, Unternehmen hat sich bereits vor dem 31.12.2019 in Schwierigkeiten befunden).