Wirtschaft läuft zu Jahresbeginn auf Hochtouren

Weingarten – „Die regionale Wirtschaft präsentiert sich am Jahresbeginn 2017 in außerordentlich guter Verfassung“, fasst Heinrich Grieshaber, Präsident der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK), die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage zusammen. 60 Prozent der regionalen Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als gut, 35 Prozent sind zufrieden, nur fünf Prozent befinden sich in einer schlechten Geschäftslage. Die Umsätze legten in den meisten Branchen in den vergangenen Monaten deutlich zu und die Ertragslage hat sich weiter verbessert. Die Industrie konnte das hohe Umsatzniveau der vergangenen Monate beibehalten. Bei stabilem Export bleibt die nach wie vor starke deutsche Binnenwirtschaft Treiber des Industrieumsatzes.
„Die Wirtschaft stellt trotz zahlreicher innen- und außenpolitischer Schwierigkeiten ihre Leistungskraft unter Beweis. Die Unternehmen dürfen sich das als Verdienst ihrer eigenen betrieblichen Anstrengungen und als Bestätigung ihrer hervorragenden Produkte und Leistungen anrechnen. Das Zeugnis gegenüber der Politik fällt dagegen mangelhaft aus“, stellt Grieshaber klar. Jedes dritte Unternehmen sieht die Wirtschaftspolitik in Deutschland als Risiko für die Geschäftsentwicklung. Die Arbeitskosten (Platz 2 im Risiko-Ranking) werden von 42 Prozent der Betriebe als Risiko genannt. Präsident Grieshaber fordert deshalb: „Wir starten ins Jahr der Bundestagswahl. Um Deutschland herum entsteht zunehmend außenpolitischer Zündstoff. Die EU wackelt. Es wäre daher hilfreich, wenn sich die Parteien nicht gegenseitig überbieten bei teuren Wahlversprechen, sondern die inländische Politik für stabile und gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen sorgt.“
Der Auftragseingang erreicht seit einem Jahr ein hohes Niveau, auch die Exportaussichten werden besser. Das zeigt sich in den Einschätzungen der Unternehmen für die nächsten Monate. Nachdem die Unternehmen ihre Erwartungen in den vergangenen beiden IHK-Umfragen zurückgenommen haben, zieht jetzt der Optimismus wieder an. Jedes dritte Unternehmen rechnet in den nächsten Monaten mit besseren Geschäften, 62 Prozent gehen von einer gleich bleibenden Situation aus, nur fünf Prozent zeigen sich pessimistisch. Die Investitionsplanungen fallen insgesamt besser aus. 30 Prozent der Betriebe planen in 2017 höhere Investitionen als im Vorjahr, 53 Prozent fahren mit gleicher Investitionshöhe weiter. Von den investitionswilligen Unternehmen wollen 35 Prozent ihre Kapazitäten erweitern.
Die Beschäftigungspläne der Unternehmen kennen seit langem nur den Trend nach oben und ziehen zum Jahresbeginn nochmals an. Über alle Branchen hinweg möchte mehr als jeder vierte Betrieb sein Personal aufstocken. Zwei Drittel der Betriebe halten ihre Belegschaft konstant. Die Beschäftigung in der Region steigt damit kontinuierlich und hat die Rekordhöhe von fast 250.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erreicht. Damit bleibt aber auch der Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko in der Region.

Medieninformation Nr. 16/2017