150 Jahre regionale Wirtschaftsgeschichte

Weingarten/Ravensburg – Die Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Eigens zu diesem Jubiläum zeigt das Wirtschaftsmuseum Ravensburg jetzt eine Sonderausstellung, die noch bis 15. Oktober zu sehen ist. Als die damalige Handels- und Gewerbekammer 1867 in Ravensburg gegründet wurde, habe die Sparkasse in der Marktstraße 22 schon viele Jahre aktiv ihre Geschäfte betrieben, sagte Heinz Pumpmeier, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Ravensburg, bei der Vernissage. Die Kreissparkasse fühle sich geehrt, dass diese Sonderausstellung jetzt in ihren Gründungsräumen gezeigt werde. „Für die IHK ist die Sonderausstellung in ihrer Geburtsstadt Ravensburg ein schönes Jubiläumsgeschenk“, bedankte sich IHK-Präsident Heinrich Grieshaber. Eigentlich könne man diese aber kaum von der Dauerausstellung im Wirtschaftsmuseum trennen, denn: „Die Geschichten der vielen Unternehmen der Region erzählen immer auch die Geschichte ihrer IHK.“
Aus den 400 IHK-Mitgliedsunternehmen im Gründungsjahr seien mittlerweile 34.000 geworden, berichtete Grieshaber und verwies auf die überaus dynamische Entwicklung der Wirtschaftsregion. Die einst landwirtschaftlich geprägte Region sei ein industriell ausgerichteter, starker Wirtschaftsstandort geworden. Er sei froh, dass sich die regionale Wirtschaft nun schon seit 150 Jahren selbst verwalte, so Grieshaber weiter. Angesichts neuer Herausforderungen, etwa in Sachen Digitalisierung und Industrie 4.0, sowie bei allen anderen wirtschaftsrelevanten Fragen und Themen sei es wichtig, dass die Wirtschaft sich ihrer Verantwortung bewusst sei und eine aktive gestalterische Rolle einnehme. Der IHK-Präsident zeigte sich überzeugt davon, dass die Werte und Ideen der IHK auch noch in 150 Jahren tragen werden. Wenn durch die Sonderausstellung die IHK vielleicht etwas besser verstanden und auch in der allgemeinen Öffentlichkeit wahrgenommen werde, dann habe diese ihr Ziel erreicht.
Die Aufarbeitung der 150-jährigen IHK-Geschichte sei überaus spannend gewesen, sagten Rainer Lächele, Geschäftsführer der Aalener „D.I.E. Firmenhistoriker“, und Museumsdirektor Christian von der Heydt. Sie lobten die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Vorbereitung der Sonderausstellung und, so Lächele, auch bei der Entstehung des Jubiläumsbuchs, das in der Sonderausstellung gezeigt wird. Mit der Ravensburger AG, der H&S Teegesellschaft und 3D-Gemini werden in der IHK-Ausstellung drei Firmen hervorgehoben, die stellvertretend für die reiche Branchen- und Unternehmensvielfalt der Region stehen. Zudem erfährt der Ausstellungsbesucher auf informativen Tafeln Interessantes aus der Wirtschaftsgeschichte: Beispielsweise wie 1973 aus der Oberschwäbischen Kammer die IHK Bodensee-Oberschwaben wurde, wie diese 1975 den Neubau in Weingarten bezog oder auch dass diese in den 1990er Jahren nach dem Fall der Mauer eineinhalb Tonnen Büromaterial, Bürogeräte und Broschüren an die IHK Dresden spendete. Die Rolle der IHK im Industriezeitalter sowie vor, in und nach den beiden Weltkriegen wird gleichfalls  thematisiert. Und natürlich erfährt der Ausstellungsbesucher auch, wie die IHK heute organisiert ist, dass die Landkreise Sigmaringen, Ravensburg und der Bodenseekreis zu ihrem Kammerbezirk gehören, welche hoheitlichen Aufgaben sie erfüllt, wie viele Service- und Dienstleistungsangebote sie vorhält, welche Wirtschaftsvertreter sich derzeit in der Vollversammlung und anderen IHK-Bereichen engagieren, welche unterschiedlichen IHK-Gremien und Ausschüsse es gibt und vieles mehr.
INFO: Die Sonderausstellung „150 Jahre IHK Bodensee-Oberschwaben“ ist noch bis 15. Oktober im Wirtschaftsmuseum Ravensburg zu sehen. Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 20 Uhr.

Medieninformation Nr. 85/2017