Kurzfristige Beschäftigung

In § 8 (1) SBG IV wird zwischen zwei Arten von geringfügigen Beschäftigungen unterschieden – der geringfügig entlohnten Beschäftigung, sog. Mini-Job (aufgrund des geringen Arbeitsentgelts) und der kurzfristigen Beschäftigung (aufgrund der kurzen Dauer).Beide Beschäftigungsformen unterliegen besonderen Regelungen für die Sozialversicherung sowie im Steuerrecht, fallen sonst aber weitestgehend unter die normalen arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Im Folgenden werden Ihnen die Besonderheiten der kurzfristigen Beschäftigungen vorgestellt. Rechts unter „Mehr zu diesem Thema“ finden Sie weitergehende Informationen zur geringfügig entlohnten Beschäftigung.

Allgemeines

Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn sie zeitlich – durch Vertrag oder nach ihrer Eigenart (z. B. Erntehilfe) – auf zwei Monate oder insgesamt max. 50 Arbeitstage innerhalb des Kalenderjahres begrenzt ist.* Von dem Zwei-Monats-Zeitraum wird nur ausgegangen, wenn die Beschäftigung an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird. Auf die Höhe des Arbeitsentgelts oder die wöchentliche Arbeitszeit kommt es bei der kurzfristigen Beschäftigung nicht an. Werden mehrere kurzfristige Beschäftigungen aufeinander folgend ausgeübt, so sind deren Beschäftigungszeiten zusammenzurechnen.
* Vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2018 ist diese Frist auf 3 Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage innerhalb des Kalenderjahrs verlängert. Ab 1.1.2019 gelten wieder – wie bis 2014 – die Höchstgrenzen von zwei Monaten oder 50 Arbeitstagen.

Ein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis liegt nicht vor, wenn die Tätigkeit berufsmäßig ausgeübt wird und das Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung 450 Euro übersteigt. Eine berufsmäßige Ausübung liegt vor, wenn die Tätigkeit für den Arbeitnehmer nicht von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung, also zur Sicherung des Lebensunterhalts ausreichend, ist. Berufsmäßigkeit liegt nicht vor, wenn die Beschäftigung z. B. zusätzlich zu einer Hauptbeschäftigung ausgeübt wird. Auch beim Vorliegen eines Dauerarbeitsverhältnisses oder einer regelmäßig wiederkehrenden Tätigkeit, liegt keine kurzfristige Beschäftigung vor.

Sozialversicherung und Steuer

Kurzfristige Beschäftigungsverhältnisse sind sozialversicherungsfrei – sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber. Die Versteuerung erfolgt grundsätzlich anhand der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale. Für den Arbeitgeber besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Lohnsteuer ausnahmsweise pauschal mit 25 Prozent des Arbeitsentgelts zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer zu erheben, wenn:
  • der Arbeitnehmer beim Arbeitgeber nur gelegentlich, nicht regelmäßig beschäftigt wird
  • die Dauer der Beschäftigung nicht mehr als 18 zusammenhängende Arbeitstage beträgt (ausgenommen arbeitsfreie Samstage, Sonn- und Feiertage, Krankheits- und Urlaubstage) und
  • der durchschnittliche Arbeitslohn 12 Euro je Arbeitsstunde und 62 Euro je Arbeitstag (Ausnahme: unvorhersehbarer Bedarf an Arbeitskräften) nicht übersteigt.
Liegen alle Voraussetzungen vor, so steht einer pauschalen Versteuerung nichts entgegen. Die Steuer in Höhe von 25 Prozent ist dann an das Betriebsstättenfinanzamt abzuführen. Findet sich der Arbeitnehmer in einer der Steuerklassen I bis IV, so bleibt die kurzfristige Beschäftigung meist steuerfrei.

Sonstiges

Arbeitnehmer in einem kurzfristigen Beschäftigungsverhältnis haben grundsätzlich die gleichen Rechte wie in Vollzeit beschäftigte Arbeitnehmer. So z. B. Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub, Anspruch auf Lohnfortzahlung an gesetzlichen Feiertagen, keine Unterschiede beim Kündigungsschutz, Anspruch auf schriftlichen Arbeitsvertrag.