Fahrverbot für schadstoffreiche Lkw auf der Inntalautobahn

Am 19. Mai 2016 ist die neue Euroklassenfahrverbote-Verordnung in Kraft getreten. Ab dem 1. August 2016 dürfen nun auch Lkw ohne Anhänger der Euroklasse 2 in einem Teilabschnitt der Inntalautobahn nicht mehr fahren.
Wo gilt das Euroklassenfahrverbot?
Das Euroklassenfahrverbot gilt auf dem Teilabschnitt der A 12 Inntal Autobahn zwischen der österreichischen Staatsgrenze zu Deutschland und Straßenkilometer 91,921 an der westlichen Grenze des Gemeindegebietes von Zirl und zwar in beide Fahrtrichtungen.
Welche Fahrzeuge sind vom Euroklassenahrverbot betroffen?
Bei der Festlegung der Fahrverbote wird zwischen Solo-Schwerfahrzeugen einerseits und Sattelkraftfahrzeugen bzw. Schwerfahrzeugen mit Anhänger andererseits unterschieden. Konkret gelten für die beiden Fahrzeuggruppen folgende Euroklassenfahrverbote:
  • Lastkraftwagen ohne Anhänger, selbstfahrende Arbeitsmaschinen ohne Anhänger und Sattelzugfahrzeuge, jeweils mit einer höchst zulässigen Gesamtmasse von jeweils mehr als 7,5 t (Solo-Schwerfahrzeuge):
    • Fahrverbot für Euroklassen 0 und I
      (NOx-Emission mehr als 7,0 g/kWh)
    • ab 1. August 2016: Fahrverbot für Euroklassen 0, I und II (NOx-Emission mehr als 5,0 g/kWh)
    • ab 31.Dezember 2017: Fahrverbot für Euroklassen 0, I, II und III (NOx-Emission mehr als 3,5 g/kWh), mit befristeter Ausnahme für Kraftfahrzeuge der Euroklasse III, sofern sie im Kurzstrecken- oder Verteilerverkehr eingesetzt werden (im Detail siehe unten)
    • ab 31.Dezember 2022: Fahrverbot für Euroklassen 0, I, II, III und IV (NOx-Emission mehr als 2,0 g/kWh)
  • Sattelkraftfahrzeuge mit einer höchst zulässigen Gesamtmasse von mehr als 7,5 t sowie Lastkraftwagen mit Anhänger und selbstfahrende Arbeitsmaschinen mit Anhänger, bei denen die Summe der höchsten zulässigen Gesamtmassen beider Fahrzeuge mehr als 7,5 t beträgt:
    • Fahrverbot für Euroklassen 0, I und II
      (NOx-Emission mehr als 5,0 g/kWh)
    • ab 31.Dezember 2017: Fahrverbot für Euroklassen 0, I, II und III (NOx-Emission mehr als 3,5 g/kWh)
    • ab 31.Dezember 2022: Fahrverbot für Euroklassen 0, I, II, III und IV (NOx-Emission mehr als 2,0 g/kWh)
Achtung! Auch bei Erfüllung der zulässigen Euroklassen ist ein Befahren der Verbotsstrecke nur zulässig, wenn die Zugehörigkeit zur betreffenden Euroklasse nachgewiesen ist. Dieser Nachweis der Euroklasse ist wie folgt zu erbringen:
  • bei Lastkraftwagen ohne Anhänger, selbstfahrenden Arbeitsmaschinen ohne Anhänger und Sattelzugfahrzeuge:
    • bis 31. Juli 2016: durch Mitführen eines Dokuments zum Nachweis der Euroklasse (NOx-Emission), wenn das Kraftfahrzeug vor dem 1. Oktober 1996 erstmalig zugelassen wurde
    • ab 1. August 2016: durch Mitführen eines Dokuments zum Nachweis der Euroklasse (NOx-Emission), wenn das Kraftfahrzeug vor dem 1. Oktober 2001 erstmalig zugelassen wurde
    • ab 1. Mai 2017: durch Kennzeichnung des Lastkraftwagens und der Sattelzugmaschine nach der Abgasklassen-Kennzeichnungsverordnung und durch Mitführen eines Dokuments zum Nachweis der Euroklasse (NOx-Emission) in jeder selbstfahrenden Arbeitsmaschine
  • bei Sattelkraftfahrzeugen, Lastkraftwagen mit Anhänger und selbstfahrenden Arbeitsmaschinen mit Anhänger:
    • bis 30 April 2017: durch Mitführen eines Dokuments zum Nachweis der Euroklasse (NOx-Emission), sofern das Kraftfahrzeug vor dem 1. Oktober 2001 erstmalig zugelassen wurde; als Nachweis kommen jedenfalls in Betracht:
      • das COP Dokument
      • die Zulassung für das Fahrzeug, wenn die NOx-Emission direkt aus der Zulassung ersichtlich ist
      • ein Herstellernachweis im Original mit Fahrgestellnummer und Motornummer, der eine eindeutige Identifikation des Fahrzeuges zulässt; aus dem Herstellernachweis muss jedenfalls der Aussteller erkennbar sein; das Anführen der Schadstoffklasse alleine reicht nicht aus, weil damit noch nicht gewährleistet ist, dass die NOx-Emission des Fahrzeuges den für die betreffende Euroklasse nach den unionsrechtlichen Vorgaben maßgeblichen „Grenzwert“ erfüllt
    • ab 1. Mai 2017: durch Kennzeichnung des Lastkraftwagens (mit Anhänger) und der Sattelzugmaschine (mit Anhänger) nach der Abgasklassen-Kennzeichnungsverordnung und durch Mitführen eines Dokuments zum Nachweis der Euroklasse (NOx-Emission) in jeder selbstfahrenden Arbeitsmaschine (mit Anhänger)
Welche Ausnahmen von den Euroklassenfahrverboten gibt es?
  • bestimmte Fahrten im Vor- und Nachlaufverkehr
  • Fahrten mit historischen Fahrzeugen im Sinne des Kraftfahrgesetzes 1967
  • unaufschiebbare Fahrten des Bundesheeres oder in Österreich aufhältiger ausländischer Truppen sowie Fahrten von Hilfstransporten anerkannter Organisationen
  • Kraftfahrzeuge, die hoch spezialisiert und besonders kostenaufwändig sind
  • Ziel- und Quellverkehr (befristet): für Lastkraftwagen ohne Anhänger und selbstfahrende Arbeitsmaschinen ohne Anhänger gilt das Euro III-Verbot erst ab 31.12.2019, sofern der Lastkraftwagen in eine definierten Kernzone* be- oder entladen oder in einer erweiterten Zone be- und entladen wird, und die Fahrt mit einer selbstfahrende Arbeitsmaschine ihren Ausgangs- oder Zielort in dieser Kernzone* bzw. den Ausgangs- und Zielort in der erweiterten Zone* hat
Zudem besteht auch grundsätzlich die Möglichkeit, in Einzelfällen die Genehmigung einer Ausnahme von diesen Fahrverboten bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu beantragen.
*Eine Übersichtskarte für die Kernzone und die erweiterte Zone finden Sie rechts unter weitere Informationen.