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PRESSEMELDUNG 22.12.2011

"Es geht darum, die eigenen Stärken zu stärken"

Weingarten/Ravensburg – Sportexperten schätzen heute, dass über Erfolg oder Misserfolg bis zu 70 Prozent im Kopf entschieden wird. Zwar muss ein Athlet auch körperlich trainieren, aber wenn es darauf ankommt, spielt der Kopf eine entscheidende Rolle. Wer kennt nicht die so genannten „Trainingsweltmeister“, die im Training alles können, aber im Wettkampf allzu oft versagen. Der Grund: Stress und Leistungsdruck machen ein Ausschöpfen der Potenziale unmöglich. Beides sind mentale Faktoren, die bei entsprechendem Training auch in diesem Bereich den Erfolg möglich machen.

Man muss aber kein Leistungssportler sein, um von den Möglichkeiten, die mentales Training bietet, profitieren zu können. Ganz gleich, ob man ein Unternehmen leitet, mit Kunden und Zulieferern verhandelt, Mitarbeitergespräche führt, daheim mit den Kindern zu tun hat oder sich auf den ersten Marathon vorbereitet – der Kopf spielt immer eine entscheidende Rolle. Wie kann die mentale Stärke entwickelt werden? Wie kann man mit dem Kopf gewinnen? Clemens Maria Mohr diskutierte diese Fragen und gab bei der Jahresabschlussveranstaltung von Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) und regionalem BME-Arbeitskreis (Bundesverband für Materialwirtschaft und Einkauf e.V.) im Konzerthaus auf unterhaltsame und humorvolle Art Antworten.

IHK BME Konzerthaus 2011-01_Bildgröße ändern © IHK Bodensee-Oberschwaben Zoom

„Jeder ist für seinen Erfolg und sein Wohlsein selbst verantwortlich“, schrieb Mohr den 400 Gästen gleich zu Beginn ins Stammbuch. Über Erfolg und Misserfolg würden im Berufsleben oft nur wenige Nasenlängen entscheiden. Und in der Regel setze sich derjenige durch, der den anderen die berühmten 40 Zentimeter voraus sei, das heißt derjenige, der seinen „Allerwertesten“ hoch gebracht hätte, ermunterte Mohr die Zuhörer, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Das sei schwer genug, ist Mohr überzeugt, denn die meisten Menschen hätten gelernt beziehungsweise verinnerlicht, besser nichts zu tun, weil dann auch nichts schief gehen könne. „Ich zeige Ihnen, wie es geht. Fühlen Sie sich wie im Supermarkt und entscheiden Sie selbst, ob Sie meine Tipps aufgreifen oder im Regal liegen lassen“, lud Mohr die Gäste auf eine Reise durch die Psyche des Menschen ein.

„Was ist ausschlaggebend für den Erfolg?“, fragte Mohr in die Runde. Die Antwort überraschte: Nur zu 20 Prozent das Fachwissen, aber zu 80 Prozent das Verhalten. Unser Verhalten ist aber wiederum zu 90 Prozent vom Unterbewusstsein gesteuert. Grund genug für Mohr, sich zusammen mit den Gästen Gedanken über unsere Psyche zu machen. „Unsere Wahrnehmung ist geprägt von dem Filter, den wir verwenden“, erklärte Mohr. Wer immer nur denke, der Chef, die Kollegen, der Nachbar, der Partner sei Schuld an seinem schlechten Befinden oder Misserfolg, verwende zu viel Energie auf die Suche nach dem Schuldigen und erreiche nichts. Notwendig sei ein Perspektivwechsel, ein anderer Filter. Dazu gehöre auch ein kritisches Hinterfragen der eigen Wahrnehmung und des verwendeten Filters. Es gehe darum, die eigenen Stärken zu stärken, so Mohr. „Halten Sie sich nicht bei den Problemen auf, widmen Sie Ihre Zeit den Lösungen.“

IHK BME Konzerthaus 2011-03_Bildgröße ändern © IHK Bodensee-Oberschwaben Zoom

Wie das möglich ist, erläuterte Mohr anhand einer Folie mit einem schwarzen Punkt auf weißem Grund. Niemand im Saal kam auf die Idee, von der großen weißen Fläche zu sprechen, alle nur vom schwarzen Punkt. „Damit fängt es an“, betonte Mohr, „sehen Sie die Dinge auch mal anders und konzentrieren Sie sich auf das Positive, lassen Sie das Gewohnte und Negative beiseite“. Übertragen auf das Berufs- und Alltagsleben: „Entwickeln Sie eine positive Vorstellung von dem, was Sie erreichen wollen – frei nach dem Motto „Wo meine Aufmerksamkeit ist, da komme ich hin“. Wer immer nur Probleme und Gefahren sehe, der fordere diese geradezu heraus und scheitere dann daran. Zwar sei die Zielsetzung keine Erfolgsgarantie, so Mohr, sicher sei aber, dass man ein Ziel nicht erreiche, das man sich nicht vorstellen könne. „Drehen Sie daher den Spieß um“, ermunterte Mohr seine Gäste, „besinnen Sie sich auf Ihre Stärken und entwickeln Sie positive Vorstellungen von dem, was Sie erreichen wollen. Und verwenden Sie einen neuen Filter, wenn Ihnen der alte im Weg ist“. 

Wie das gehen kann, erläuterte Mohr anhand von Beispielen. „Die Sprache der Psyche sind Bilder. Machen Sie sich Bilder von dem, was Sie erreichen wollen. Wir können nicht uns etwas nicht vorstellen, also worauf warten Sie?“, ermunterte Mohr die Zuhörer. Dieser mentale Trick habe beim Basketball erstaunliche Ergebnisse gebracht. Die höchste Trefferquote bei Fernwürfen wies eine Versuchsgruppe auf, die sich primär mental mit den Weitwürfen beschäftigt habe. Die gedanklichen Erfolgserlebnisse hätten sich positiv auf die Feinmotorik und damit auf die tatsächliche Trefferquote ausgewirkt. Auch die deutsche Skinationalmannschaft der Damen hätte mit mentalem Training und dem Konzentrieren auf die Ideallinie statt der Fehlervermeidung gute Erfahrungen gemacht. „Stellen Sie sich im Büro die Frage, wie Ihr Mitarbeitergespräch verlaufen soll beziehungsweise wie Sie es gerne hätten und beschäftigen Sie sich nicht mit den Problemen und Unwägbarkeiten. So kommen Sie Ihrem Ziel näher“, zeigte sich Mohr überzeugt. „Wenn Sie sich Ihr Ziel nicht bildhaft vorstellen, werden Sie es auch nicht erreichen.“

IHK BME Konzerthaus 2011-02_Bildgröße ändern © IHK Bodensee-Oberschwaben Zoom

So weit zur Theorie, aber Mohr hatte auch noch praktische Tipps auf Lager. So zeigte ein Proband auf der Bühne deutlich bessere Leistung beziehungsweise stärkere Muskelkraft, wenn er positiv stimuliert wurde, sei es mit einem Lachen im Gesicht oder mit dem Blick auf ein Smiley gerichtet. Mohrs Schlussfolgerung: „Lachen Sie mehr und kehren Sie den Humor in Ihnen hervor, auch im Büro. Der Spruch: „Erst die Arbeit und dann das Vergnügen“, stimmt nicht. Es arbeitet sich leichter, wenn man gemeinsam mehr lacht.“ Und welcher Zuschauer hätte gedacht, sich ohne Probleme zehn Lebens-mittel für den Einkauf ohne Zettel und Stift merken zu können. Mohr zeigte, wie es geht: Zehn Körperteilen Zahlen zuordnen und die Lebensmittel mit Eselsbrücken den Körperteilen zuordnen, schon war der Einkaufszettel sicher im Kopf.

Die Besucher konnten viele Anregungen mitnehmen, die ein Leben verändern können. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er die Tipps in seinen Einkaufswagen packt oder im Regal liegen lässt.

Medieninformation Nr. 145/11

DOKUMENT-NR. 80084

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16.05.2012

EU-Klimapolitik muss verlässlich bleiben

Die Klimaschutz-Ziele der Europäischen Union schienen geklärt, die für ihre Erreichung erforderlichen Maßnahmen festgelegt. Doch nun mehren sich Vorstöße, die Zielmarken heraufzusetzen und die Regeln für den Emissionshandel zu verschärfen – einmal mehr im europäischen Alleingang. Der DIHK warnt nachdrücklich davor, den Unternehmen in Europa Planungs- und Rechtssicherheit vorzuenthalten und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden.