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VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF

Familienfreundliche Personalpolitik bringt Gewinn

Der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen hängt entscheidend von qualifizierten Mitarbeitern ab, von ihrer Leistungsbereitschaft und ihrer Motivation, sich für ihren Arbeitgeber zu engagieren. Der Wettbewerb um die passenden Beschäftigten wird sich durch die demografische Entwicklung noch verschärfen. Betrieb können ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Familienpflichten in vielfältiger Weise entgegenkommen.

1. Kommunikation nach innen und außen
2. Arbeitszeitmanagement
3. Arbeitsablaufmanagement
4. Familienservice
5. Beruf und Plfege
6. Betriebswirtschaftliche Effekte familienfreundlicher Maßnahmen

1. Kommunikation nach innen und außen

Im Wettbewerb um Fachkräfte ist das Informieren von potenziellen Beschäftigten aber auch der Belegschaft über die familienorientierten Maßnahmen des Betriebs sehr wichtig. Die interne Kommunikation zu diesem Thema hat neben der reinen Darstellung der Aktivitäten auch die Akzeptanz von „Familienkarrieren“ zum Ziel. Das Übernehmen von Familienpflichten soll für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keine Nachteile auf ihrem Berufsweg bedeuten; nicht zu letzt erwerben die Menschen in den Phasen, in denen sie sich um die Familie kümmern, Kenntnisse und Fähigkeiten, die im Job ebenfalls sehr nützlich sind.

2. Arbeitszeitmanagement

Für die Übernahme von Familienpflichten ist Zeit der wichtigste und kostbarste Faktor. Flexible Arbeits- und Pausenzeiten, (vollzeitnahe)Teilzeitangebote und eine Urlaubsregelung, die auf familiäre Belange Rücksicht nimmt, helfen den Betroffenen enorm, im Beruf weiterhin aktiv zu sein und gleichzeitig ihre Aufgaben im häuslichen Bereich zu erfüllen. Die Möglichkeit, in einem bestimmten Umfang für Notfälle unbezahlten Urlaub zu nehmen rundet das Spektrum ab.

3. Arbeitsablaufmanagement

Flexible Arbeitszeiten werden, wenn die Aufgabe es erlaubt, idealerweise ergänzt durch flexible Arbeitsorte. So können feste Telarbeitsplätze eingerichtet werden, von denen aus Beschäftigte ihre Arbeit für das Unternehmen leisten können. Bietet sich eine kontinuierliche Telearbeitsvereinbarung nicht an, kann auch vereinbart werden, dass im Notfall bestimmte Aufgaben mit nach Hause genommen werden können. Um die Anbindung an die Kollegenschaft zu gewährleisten, ist die „alternierende“ Telearbeit sinnvoll, bei der feste Anwesenheitszeiten im Büro ausgemacht werden.

4. Familienservice

In diese Rubrik fallen alle Unterstützenden Maßnahmen, die nicht mit dem einzelnen Arbeitsplatz verbunden sind, sondern allen familiär gebundenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung stehen. Angefangen von der Geburtsbeihilfe, über die Unterstützung bei der Kinderbetreuung bis hin zur Vermittlung haushaltsnaher Dienstleistungen stehen eine Vielzahl von Angeboten zur Auswahl, aus denen der Betrieb „sein“ Paket zusammenstellen kann.

Im Bereich der Kinderbetreuung kann der Betrieb zum Beispiel einen steuer- und sozialversicherungsfreien Zuschuss zu den Betreuungskosten nach § 3 Nr. 33 Einkommenssteuergesetz zahlen, Belegplätze in Kindertageseinrichtungen buchen oder Plätze in Ferienbetreuungsangeboten finanzieren.

5. Beruf und Pflege

Bestehen die familiären Pflichten in Pflegeaufgaben für hilfsbedürftige Angehörige, brauchen die Betroffenen meist die gleiche zeitlichen und örtliche Flexibilität wie Berufstätige mit jungen Kindern. Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege geht es noch stärker als bei der Vereinbarkeit von Beruf und Kindern, um eine akzeptierende Unternehmenskultur. Über die Pflege ihrer Angehörigen reden Mitarbeiter weniger gerne als über die Fortschritte ihrer Kinder, trotzdem sind dir Belastungen hoch: Zur zeitlichen und körperlichen Belastung kommt noch die emotional-seelische, weil die einstmals starken Eltern nun die Schwächeren sind.

6. Betriebswirtschaftliche Effekte familienfreundlicher Maßnahmen

Die Kosten für familienorientierte Maßnahmen amortisieren sich in der Regel durch niedrigere Fluktuationsraten und geringere Personalbeschaffungskosten, schnellen Wiedereinstieg nach der Familienphase, Erhaltung der beruflichen Kompetenz durch Teilzeitarbeit und nicht zuletzt durch ein gutes Image auf dem Bewerbermarkt.

DOKUMENT-NR. 72995

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